Monat: Februar 2022

Blutjunges Quartett hilft aus der Patsche

Speyerer Rundschau vom 15.02.2022

Schwimmen: Am Sonntag startete der WSV Speyer bei der deutschen Mannschaftsmeisterschaft in der Verbandsliga mit acht Jungs und elf Mädels in Wörth. Die Vorbereitung für diesen Wettkampf stand unter schlechten Vorzeichen.

Speyer. Fünf Damen fehlten wegen Quarantäne. Aus den Jahrgängen 2009 und 2010 nominierte Trainerin Sina Vogelsang, Josepha Sailer, Frieda Schöne, Judith Sieberg und Theresa Langhoff. Hannah Schleicher Vereinsmeisterin und mehrfache südwestdeutsche Titelträgerin aus dem Jahr 2020, sprang spontan ein.

Punktesammler Dieing
Die komplett angetretenen Männer belegten Platz zwei. Moritz Dieing, mit 20 der Älteste, sammelte bei fünf Starts insgesamt 2315 Punkte. Die meisten Zähler schwamm er über 100 Meter Freistil in 56,26 Sekunden ein (509). Paul Rudolph, Jahrgang 2004, einer der Leistungsträger des Teams, trat ebenfalls fünfmal an und war mit seinen Zeiten hoch zufrieden. Rudolph trug 2247 Punkte bei. Paul Webel (2004) verzeichnete seinen ganz persönlichen Höhepunkt über 100 m Freistil. Er knackte die magische Minutenmarke gleich um eine Sekunde und erzielte 58,32.

Fünf Bestzeiten
Fünf Bestzeiten in fünf Disziplinen brachten Speyer 1864 Punkte ein. Jaron Götz (2005) legte mit 2150 m die längsten Strecken zurück. Neben 1500 Freistil schwamm er zum Schluss noch 200 Schmetterling. Er verbesserte alle seine fünf Hausrekorde um einige Sekunden. Für 200 Rücken benötigte er 2:28,61 min. Götz holte 1675 Zähler. Die Brüder Maurice (2005) und Manuel Kropp (2007) kamen fast auf die Anzahl von 1128. Allrounder Manuel bewältigte 400 Lagen in 5:40,20. Brustexperte Maurice vertrat seinen Bruder über 50 m (37,98) ausgezeichnet. Fritz Böttcher (2002) schaffte trotz Verletzung 50 und 100 Brust so schnell wie nie.

Der Rückkehrer
Wiedereinsteiger Nicklas Flacke (2007) komplettierte die Männer. Er ging dreimal an den Start und schwamm persönliche Bestzeiten. Die Damen nahmen Rang drei ein. Schleicher (2002) kam bei fünf Auftritten auf 1985 Punkte, allein zweimal über 400 in 50 Freistil (30.71) und 50 Rücken (34,32). Theresa Werner (2008) absolvierte das gleiche Pensum. Sie stieg als zweitbeste Punktesammlerin aus dem Becken (1287). Zum Schluss dieses Wettkampfs stand für sie noch die Hammerstrecke 400 Lagen (6,43,99) an. Vogelsang (1995) schlug sich fast ohne Training tapfer über die 50-m-Strecken und 100 Freistil (1256).

Anspruchsvolles Programm
Josefine Holstein (2004, 1047) schwamm die anspruchsvollen 200 Schmetterling und 400 Lagen, dazu 400 Freistil und 100 Schmetterling (1106). Lena Krill (2008) ging viermal ins Wasser und bekam die Ehre, den mit viel Emotionen verbundenen letzten Start des Schwimmfestes zu bewältigen. Das ganze Team feuerte sie an, trieb Holstein zu einer super Zeit 1:16,47 für 100 Freistil. Leni Mandel (2007) hieß die Meterschwimmerin mit sehr guten Resultaten über 1500 Freistil und 200 Schmetterling. Carla Beste (2008) bestätigte verletzungsbedingt ihre Leistungen über 50 und 100 Brust dennoch. Doch ohne das Quartett, das am Donnerstag von seiner Nominierung erfuhr, hätte der WSV abmelden müssen. Sailer (2010) bestritt 50 und 200 Brust sowie 200 Freistil. Schöne (2010) nahm 100 und 200 Lagen in Angriff, Langhoff (2010) 200 Freistil, Sieberg (2009) 800 Freistil, 200 Rücken.

Fast zu schön um wahr zu sein

Speyerer Rundschau vom 08.02.2022

Kommen endlich wieder aus allen Ecken: Speyers Mannschaftsschwimmer beim Training am Samstag.

Schwimmen: Corona lehrt, Plan B reicht nicht. Jürgen Hausdorf, Trainer des WSV Speyer, hat mehrere in der Tasche in der Vorbereitung auf den deutschen Mannschaftswettbewerb am Wochenende in Wörth. Die Sportliche Leiterin Annette Dinies ist noch skeptisch – und unsicher. Die Leistungen der Aktiven sind nicht einzuschätzen.

Speyer. „Im März 2020 war unser letzter Wettkampf in der Halle. Die Punktzahl erreichen wir natürlich nicht“, ist Dinies realistisch. Zuerst fehlte das Training durch die Lockdowns komplett. Seit einiger Zeit ziehen die Speyerer im Bademaxx wieder durch, allerdings nur drei- statt wie bisher viermal in der Woche. Die Voraussetzungen sind also nicht ganz optimal. Hinzu kommen Fehlzeiten im Training, wie bei Punktegarantin Olivia Beste dem Sicherheitsgedanken geschuldet. „Sie war wegen des Abiturs lange nicht beim Schwimmen aus Angst vor einer Infektion“, erklärt Dinies.

Gutes Trainingslager
Umso positiver bewertet sie das Trainingslager im Sommer. „Das war sehr gut für alle, um als Team wieder zusammenzuwachsen“, betont die Sportliche Leiterin. Die Vorgaben für den Mannschaftswettbewerb sind eine Wissenschaft für sich und eine Herausforderung für die Trainer. Dinies: „Alle Strecken müssen zweimal geschwommen werden. Das sind insgesamt 17 Disziplinen. Kein Sportler darf aber zweimal die gleiche Strecke schwimmen, und jeder darf nur fünfmal ran.“ Genug Aktive zusammenzubekommen, die auch noch zu den jeweiligen Distanzen passen, ist dem geschickten Händchen der Funktionäre überlassen.

Flexibilität gefragt
„Es wird spannend“, sagt Dinies. Denn Corona schwimmt immer mit. Momentan befanden sind noch zwei Sportler in Quarantäne. Das zeigt: Planungssicherheit gibt es nicht. Dinies verlangt daher von allen freitagsabends vor dem Wettkampftag einen Test, um im Notfall noch auf etwaige Ausfälle zu reagieren. Neben Beste setzet Hausdorf auf Johanna Sievers von den Masters, die immer gerne bei Wettkämpfen aushilft. Sie hat die großen Strecken gepachtet: 800 Meter Kraul, 400 Lagen. „Die 2008er-Mädels können sich beim Wettkampf beweisen“, fügt Dinies an und nennt Theresa Werner, Lena Krill und Sievers’ Tochter Nora als neue Hoffnungsträgerinnen.

Tierische Freude
Bei den Jungs – betreut von Sina Vogelsang – sieht die Sportliche Leiterin den südwestdeutschen Meister des Jahres 2020, Jaron Götz, auf guter Position. Das gleiche gilt für Paul Rudolph, den Bruder der WSV-Größe Peter Rudolph. So gut wie sein Bruder sei er im Wasser drauf, „vielleicht sogar noch besser“, lenkt Dinies ein. Gegen Teams aus Wörth, Landau und Mutterstadt messen sich die Speyerer Damen. Bei den Jungs kommt die Konkurrenz aus Landau, Neustadt, Mutterstadt und Ludwigshafen. Dinies, die als Kampfrichterin fungiert, freut sich tierisch auf den Wettbewerb – allerdings mit verhaltenem Optimismus: „Ich glaube es erst, wenn wir in der Halle stehen.“